BENKADI e.V.
Kultur Raum Afrika




Artur Simon wurde 1938 in Wesermünde (heute Bremerhaven) geboren. Nach dem Abitur ging er nach Göttingen, um dort Physik und Chemie zu studieren. Bald wechselte er jedoch den Fachbereich. Er ging nach Hamburg und konzentrierte sich auf das Studium von Musikwissenschaft und Völkerkunde. Daneben belegte er Seminare für Komposition, Klavierspiel, Anglistik und arabische Sprachen. Er betätigte sich als Arrangeur für Tanzmusik, bearbeitete klassische sowie zeitgenössische Kompositionen für Schallplattenaufnahmen und spielte in Jazzbands. 1971 promovierte Artur Simon mit einer Arbeit über ägyptische Volksmusik. Anschließend bekam er eine Anstellung am Institut für Musikwissenschaft der Universität Hamburg.

Von 1972 - 2003 war Artur Simon als Leiter des Berliner Phonogramm-Archivs tätig. Das Berliner Phonogramm-Archiv, das um 1900 entstand, ist eins der ältesten Musikarchive und besitzt die größten Sammlungen von Tonaufnahmen aus der ganzen Welt.

Die ältesten dieser Sammlungen wurden 2000 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Außerdem verfügt das Archiv über eine umfangreiche Sammlung von Musikinstrumenten aus verschiedenen Kulturen.

Es ist der Ort, an dem die Vergleichende Musikwissenschaft (Ethnomusikologie) einst entstand. Seit das Berliner Phonogramm-Archiv 1934 von den Nationalsozialisten aus dem Hochschulbetrieb ausgegliedert wurde, fristet es ein eher bescheidenes Dasein im Berliner Völkerkunde Museum (jetzt Ethnologisches Museum), wo es heute "Abteilung Musikethnologie" genannt wird. Nicht zuletzt ist es dem unermüdlichen Einsatz von Artur Simon zu verdanken, dass es nicht nur zahlreiche Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen im Museum überlebt hat, sondern auch eine Reihe beachtlicher Schallplatten- und CD-Produktionen sowie Buchpublikationen herausgeben konnte.

Im Mittelpunkt von Artur Simons Forschungen stand immer der Kontinent Afrika. Er bereiste Ägypten, Sudan, Kamerun, Togo und Nigeria. Mit großem Engagement versuchte er, durch zahlreiche Schallplatten, CDs, Filme und schriftliche Publikationen die Musik dieser Länder einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Darüber hinaus half er durch Kooperation mit einheimischen Institutionen, die Dokumentation und Erforschung der Musik in diesen Ländern selbst zu fördern. Er war z.B. maßgeblich am Aufbau des Borno Music Documentation Project an der Universität Maiduguri (Nigeria) beteiligt und betreute Dissertationen an der Universität in Khartum (Sudan). Heute ist Artur Simon u.a. noch als Honorarprofessor an der UdK in Berlin tätig. Er arbeitet an einem Buch, einer Fotoausstellung und vielen anderen Projekten.